Kategorie-Archiv: Aktuelles

Unser Stand auf dem Bürgerfest 2016

„Schule in vielen Sprachen“ – Bürgerfest Schwabhausen 24.7.2016

Auf dem Bürgerfest Schwabhausen hatten wir Gelegenheit, die jeweiligen Muttersprachen unserer Mitbürger aus der Gemeinschaftsunterkunft kennenzulernen!

Die Teilnehmer unserer Deutschkurse für Asylbewerber gewährten uns einen Einblick in die Sprachen Arabisch, Tigrinya, Dari, Farsi und Somali.

Unsere Namen auf arabisch!

Unsere Namen auf dari!

Unsere Namen auf tigrinya!

Helferkreis Schwabhausen
Gruppe Deutsch- und Mathe
Lehrer + Schüler

Arbeitsmarktzugang für Asylbewerber

1.) Ohne Arbeitserlaubnis dürfen Asylbewerber nicht arbeiten und keine Ausbildung machen.

Die förmliche Arbeitserlaubnis hängt seit dem 1. Januar 2005 von dem Aufenthaltstitel ab.

Der Aufenthaltstitel ist ein Verwaltungsakt, der von der Ausländerbehörde erteilt wird. Soweit er Festlegungen über die Ausübung einer Beschäftigung enthält, bedarf er im Allgemeinen der behördeninternen Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (§ 39 Aufenthaltsgesetz [AufenthG]).

Gemäß § 4 Abs. 1 AufenthG gibt es verschiedene Aufenthaltstitel:

  1. das (befristete) Visum,
  2. die (befristete) Aufenthaltserlaubnis,
  3. die (befristete) Blaue Karte EU: befristeter Aufenthalt für Hochqualifizierte.
  4. die (unbefristete) Niederlassungserlaubnis: unbefristeter Aufenthalt
  5. die (unbefristete) Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU.
  6. die Aufenthaltsgestattung für Asylbewerber: Ist kein Aufenthaltstitel sondern ein Aufenthaltsstatus während des Asylverfahrens.
  7. die Duldung: Aussetzung der Abschiebung, die eigentlich besagt, dass der Inhaber ausreisepflichtig ist.
  8. Grenzübertrittsbescheinigung für ausreisepflichtige Personen, auch „Ausreiseschein“ genannt.

2) Uns interessieren allerdings nicht an erster Stelle die Aufenthaltstitel, sondern die Dokumente, mit denen ein Aufenthaltsstatus nachgewiesen wird. Das sind:

  1. Die Aufenthaltsgestattung für Asylbewerber und
  2. Die Duldung.

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Unser Stand auf dem Bürgerfest 2015

Am Sonntag haben wir unseren Stand hergerichtet und die wunderschönen Taschen und Rucksäcke schön drapiert. Drei unserer Jungs haben sie genäht. Diese Taschen waren sehr begehrt und wurden auch schnell verkauft.

Einige unserer Frauen haben Zöpfe geflochten und dies fand regen Anklang sowohl bei den kleinen wie auch bei den großen Damen.

Unser StandUnser Stand2Unser Stand3Unser Stand4

Wieso? Weshalb? Warum? Fragen zum Thema Asylbewerber und Flüchtlinge in Schwabhausen

Was sind eigentlich Asylbewerber und was Flüchtlinge?
Ein Asylbewerber ist ein Zuwanderer, der in die Bundesrepublik Deutschland kommt und einen Asylantrag stellt. Ist ein Asylantrag eines Asylbewerbers anerkannt, dann ist er ein Flüchtling, der in Deutschland Asyl genießt.

Wo waren die Asylsuchenden vorher und wieso kommen sie zu uns?
Bevor die Flüchtlinge zu uns nach Schwabhausen kommen, werden sie in einem der Erstaufnahmelager in Bayern aufgenommen und von dort aus auf die verschiedenen Bundesländer, Landkreise und dann auf Städte und Gemeinden verteilt. Das passiert nach einem festgelegten sogenannten Königsteiner Schlüssel (Verteilung auf alle Bundesländer je nach Steueraufkommen 2/3 und Bevölkerungszahl 1/3). Bayern nimmt 15% der Asylbewerber auf, die nach Deutschland kommen.

Wer ist für die Asylbewerber verantwortlich?
Das Landratsamt Dachau mit seiner Ausländerbehörde und der Sozialabteilung ist verantwortlich. Die Ausländerbehörde erteilt und verlängert u.a. den Aufenthaltstitel, genehmigt zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit Anträge zur Arbeitserlaubnis. Die Sozialabteilung sorgt für die Grundsicherung zur Deckung des Lebensunterhaltes. Bei sozialen Belangen wird das Landratsamt von Organisationen wie Caritas, Rotem Kreuz oder Diakonie unterstützt und auch die Kirchengemeinden vor Ort kümmern sich.

Und wer kümmert sich noch bei uns im Ort?
Ehrenamtlich Engagierte haben sich auch in Schwabhausen zu einem Helferkreis zusammengeschlossen. Sie stellen Ihre Zeit, Ihr Wissen und Ihre Hilfsbereitschaft zu Verfügung, um z.B. Deutschkurse zu organisieren, Arzt- und Behördengänge zu erledigen, aber auch Briefe zu übersetzen, Kinder bei Hausaufgaben zu betreuen, Spenden koordiniert zuzuteilen oder Ausflüge und Feste zu organisieren. Wer mehr darüber wissen möchte, findet Weiteres hier auf der Internetseite, oder kann uns eine E-Mail senden.

Was bekommt ein Asylbewerber und was bezahlt er alles?
Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt jeder erwachsene Asylbewerber bis jetzt monatlich 329 Euro und ab März 2015 einen Betrag von 352 Euro und eine Erstausstattung. Das Geld wird vom Landratsamt Dachau monatlich ausgezahlt. In unserer Gemeinde hat der Helferkreis dafür gesorgt, dass die Asylbewerber ein Konto eröffnen konnten.
Von diesem Geld bestreitet der Asylbewerber seinen Lebensunterhalt: Lebensmittel, Körperpflege- und Gesundheitsmittel, Kleidung, Fahrkarten, Telefongebühren. Die Kosten für die Unterbringung und Heizung werden vom Landratsamt übernommen. Die Erstausstattung, besteht aus einer Garnitur Bettwäsche, 2 Handtücher, je 1 Besteck, Teller, Tasse, Pfanne und Topf.

Warum sind manche so schick gekleidet und haben teure Handys?
Die gut erhaltene Kleidung kommt hauptsächlich von Spenden. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist sehr groß. Der Helferkreis koordiniert hier auch wer, was in welcher Größe benötigt und organisiert dies über die Kontakte zu den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch über die Wohlfahrtsverbände.
Handys sind oft der einzige Kontakt zu Familie, Angehörigen in der Heimat und Freunden. Die Geräte sind überwiegend von Second-Hand-Märkten und preislich günstig erhältlich, oder gehören zu den Handy-Verträgen, die der Asylbewerber selber bezahlt.

Was passiert mit unseren Spenden?
Auf unserer Webseite können Sie genau nachlesen, was wir im Moment an Sachspenden benötigen. Bitte geben Sie die Spenden direkt im Helferkreis ab, sie werden dann bedarfsgerecht verteilt.
Spenden, die einfach abgegeben und nicht benötigt werden, müssen entsorgt werden. Die Kosten hierfür haben die Flüchtlinge zu tragen.
Auf der Webseite http://www.asylhelfer.bayern finden Sie eine Liste von Helferkreisen in unserer Gegend. Auch wenn wir Ihre Spende im Moment nicht selber benötigen, ist sie woanders bestimmt willkommen.
Ihre Geldspenden werden hauptsächlich für die Integration der Asylbewerber verwendet: Material für den Deutschunterricht, Zuschüsse zu Monatskarten, Ausflüge, …..

Dürfen wir die Asylbewerber auch besuchen?
Sehr gerne. Allerdings ist die Gemeinschaftsunterkunft die Wohnung der Asylbewerber und dort haben sie das Hausrecht. Also besser, wie bei Besuchen bei Freunden, vorher einmal anfragen, ob ein Besuch willkommen ist.

Kann ich auch helfen?
Darüber freuen sich alle, besonders unsere Asylbewerber. Kommen Sie einfach zu einem der Helferkreistreffen, die Termine finden Sie auf der Webseite. Oder schauen Sie unter Zeitspenden nach, was aktuell so anliegt.

Eva Kitir (Helferkreis Schwabhausen)

Noch Fragen offen? Einfach eine E-Mail senden.

Radiobericht eines Flüchtlings

Zekarias Kebraeb, aus Eritrea geflohen – 27.01.2015

Er wäre im Dornengestrüpp fast erblindet, in der Wüste fast verdurstet und im Mittelmeer fast ertrunken. Mit 17 hat Zekarias Kebraeb die lebensgefährliche Flucht aus Afrika angetreten – und ist heute deutscher Staatsbürger So schrecklich und erniedrigend die Erlebnisse mit geldgierigen Schleppern, bewaffneten Soldaten und den Naturgewalten auch waren – genauso zermürbend war auch das Warten auf ein neues Leben in Europa. Zum Nichtstun verdammt, vegetierte er jahrelang zwischen anderen Flüchtlingen in Auffanglagern und Heimen oder auf der Straße, hatte keinen Zugang zu Deutschkursen oder Arbeitsmöglichkeiten und lebte in der ständigen Angst, wieder abgeschoben zu werden.

Eine Ausbildung konnte er nur machen, indem er gegen die so genannte Residenzpflicht verstieß und sich damit ein Strafverfahren einhandelte. Nach unzähligen bürokratischen Kämpfen lebt er heute ein fast ganz normales Leben in Nürnberg. Zekarias Kebraeb wünscht sich, Journalist zu werden und bei der Befreiung und beim Wiederaufbau seines Landes zu helfen.